Geschichte des Hilfsvereins

Im Jahre 1877 wurde der „Appenzellischer Verein zur Unterstützung armer Geisteskranker“ in Heiden gegründet und setzt sich seit dieser Zeit für psychischkranke Menschen ein.
Aus dem „Appenzellischen Hülfsverein für Geisteskranke, Trinker und Epileptiker“ wurde 1983 der heutige „Appenzellische Hilfsverein für Psychischkranke.
Die Gründer aus der AGG wollten 1877 etwas unternehmen für die „Versorgung der verirrten Leute, deren es leider bald in allen Gemeinden des Landes viele gibt und welche oftmals nach Leib und Seele schlecht besorgt werden und nicht sollten gar unglücklich werden und Schaden an der Seele leiden.“

Damals wurde der Hilfsverein zum unermüdlichen Vorkämpfer für eine eigene appenzellische „Heil- und Pflegeanstalt“, indem er überall in den Gemeinden und Kirchen die Bevölkerung aufklärte über die „rationale Pflege der Geisteskrankheiten“. So entdämonisierte er die Krankheiten des Gemütes und des Geistes und sah sie als Krankheiten wie andere auch.

Seit dieser Zeit hat der Hilfsverein als Pionier gewirkt und viele Institutionen ins Leben gerufen, die der Heilung und Integration von psychischkranken Menschen dienen:

  • Psychiatrisches Zentrum Appenzell Ausserrhoden (1908)
  • seit 1927 Alkoholfürsorge in den Regionen, heute Beratungsstelle für Suchtfragen Appenzell Ausserrhoden
  • Bezirksfürsorgestelle Appenzeller Vorderland“ (1972), heute „Sozialberatung Appenzeller Vorderland“
  • „Bezirksfürsorgestelle Appenzell A.Rh. Hinterland (1981) heute: „Sozialberatung Appenzeller Hinterland“
  • „Therapeutisches Wohnheim Schmiedgasse“, Herisau (1974) heute: „Säntisblick - Sozialpsychiatrische Angebote", Herisau (1992)
  • Mitwirkung bei der Gründung der „Beruflichen Rehabilitationsstätte Dreischiibe“ in Herisau (1984)
  • Wohnheim und Werkstätte Landscheide, Schönengrund (1987)
  • Sozialforen Appenzeller Vorderland und Hinterland (1993)
  • Ambulante Wohnbegleitung: Begleitetes Wohnen (1996)
  • Arbeits- und Kreativatelier, Tagestätte mit niederschwelligen Arbeitsplätzen in Herisau.(2008)
  • Begleitetes Wohnen und Arbeits- und Kreativatelier sind zwei Institutionen unter dem Namen „Sozialbegleitung Appenzellerland“ (2008)
  • Das Projekt "Kinder psychisch kranker Eltern" wird lanciert.

Wechsel im Präsidentenamt

Für den Hilfsverein ging mit der Mitgliederversammlung 2014 die Ära von Norbert Hochreutener zu Ende. Wäh­rend 20 Jahren hatte er sich als Präsident des Vereins mit grossem Engagement dafür eingesetzt, dass Menschen mit einer psychischen Erkrankung nicht stigmatisiert und ausgesondert werden, sondern ein normales Alltagsleben führen können.